Das Wichtigste in Kürze
- Ein Content-Management-System (CMS) ist die Software, mit der Sie Texte, Bilder und Seiten Ihrer Website ohne Programmierkenntnisse pflegen.
- WordPress ist mit Abstand am weitesten verbreitet. Laut W3Techs läuft es auf 39,5 % aller Websites, das entspricht 58,3 % Marktanteil unter den Systemen mit erkennbarem CMS (Stand 29.10.2026). TYPO3 kommt weltweit auf 0,3 % aller Websites, liegt in Deutschland laut W3Techs aber auf Platz zwei hinter WordPress.
- Die Verbreitung sagt wenig darüber, was zu Ihnen passt. Entscheidend sind Umfang der Website, Zahl der Redakteure, Mehrsprachigkeit, Shopanteil, Schnittstellen und die Pflege über die Jahre.
- Faustregel: WordPress für kleinere bis mittlere Websites mit wenigen Redakteuren, TYPO3 für umfangreiche, mehrsprachige Unternehmenswebsites mit Rechte- und Rollenkonzept, Shopware oder WooCommerce für Onlineshops, ein Headless-CMS mit React für individuelle Webanwendungen.
- Welches CMS eine fremde Website verwendet, erkennen Sie meist in wenigen Sekunden im Quelltext oder mit einer Browser-Erweiterung.
Was ist ein CMS, und wofür brauchen Sie es?
Ein CMS trennt Inhalt und Technik. Die Technik (Design, Funktionen, Datenbank) richtet eine Agentur oder IT-Abteilung einmal ein. Die Inhalte pflegen danach Sie selbst über eine Bedienoberfläche, das sogenannte Backend. Neue Seiten anlegen, Texte ändern, Bilder austauschen oder einen Blogbeitrag veröffentlichen geht damit ohne Programmierung.
Für fast jede Unternehmenswebsite ist ein CMS heute Standard. Zu klären ist vor allem, welches System zu Ihrer Website, Ihrem Team und Ihren Plänen für die nächsten Jahre passt.
Die wichtigsten Systeme im Überblick
| System | Stark bei | Weniger geeignet für | Typischer Einsatz |
|---|---|---|---|
| WordPress | schneller Start, großes Angebot an Themes und Erweiterungen, einfache Bedienung | große Websites mit vielen Redakteuren und feinen Rechten | Unternehmenswebsite, Blog, kleinere Shops mit WooCommerce |
| TYPO3 | Rechte und Rollen, Mehrsprachigkeit, viele Seiten, planbare Langzeitversionen (LTS) | sehr kleine Websites mit knappem Budget | Mittelstand, Industrie, Verbände, öffentliche Einrichtungen |
| Shopware | Onlineshops mit großem Sortiment, B2B-Funktionen, Schnittstellen zu Warenwirtschaft | reine Informationswebsites ohne Shop | Hersteller, Händler, B2B- und B2C-Shops |
| WooCommerce | Shoperweiterung für WordPress, günstiger Einstieg | sehr große Sortimente und komplexe B2B-Prozesse | kleinere bis mittlere Shops auf WordPress-Basis |
| Headless-CMS mit React | individuelle Oberflächen, Webanwendungen, Ausspielung auf mehrere Kanäle | Teams ohne eigene Entwicklung oder Agentur | Portale, Apps, Produktkonfiguratoren |
| Baukasten (z. B. Wix, Squarespace) | sehr schneller, günstiger Start ohne Agentur | individuelle Funktionen, Schnittstellen, Anbieterwechsel | Einzelunternehmer, kleine Vereine |
WordPress
WordPress ist Open Source und kostenlos. Kosten entstehen für Hosting, Design, Erweiterungen und Pflege. Die Stärke ist die Auswahl: Für fast jede Funktion gibt es ein Plugin. Allerdings muss jedes zusätzliche Plugin aktualisiert werden und kann Sicherheitslücken mitbringen. Für Websites mit überschaubarem Umfang und wenigen Redakteuren ist WordPress oft die wirtschaftlichste Wahl.
TYPO3
TYPO3 ist ebenfalls Open Source und in Deutschland besonders im Mittelstand, bei Verbänden und im öffentlichen Sektor verbreitet. Es ist auf große, mehrsprachige Websites mit vielen Redakteuren ausgelegt. Wer welche Seiten bearbeiten darf, wer freigibt und welche Inhalte für welches Land gelten, lässt sich fein regeln. Dazu kommen planbare Langzeitversionen: TYPO3 14 LTS ist am 21. April 2026 erschienen und erhält laut TYPO3 Sicherheitsupdates bis zum 30. Juni 2029. Für eine kleine Website mit fünf Seiten ist TYPO3 dagegen meist mehr System, als nötig ist.
Shopware und WooCommerce
Steht der Verkauf im Mittelpunkt, ist ein Shopsystem die richtige Basis. Shopware stammt aus Deutschland und ist stark bei großen Sortimenten, B2B-Anforderungen und der Anbindung an Warenwirtschaft oder ERP. WooCommerce erweitert WordPress um Shopfunktionen und eignet sich für kleinere Sortimente, wenn Website und Shop in einem System laufen sollen.
Headless-CMS mit React
Bei einem Headless-CMS liefert das System nur die Inhalte. Die Oberfläche wird separat entwickelt, zum Beispiel mit React. Das lohnt sich für individuelle Webanwendungen, Portale oder Produktkonfiguratoren sowie dann, wenn dieselben Inhalte auf Website, App und weiteren Kanälen erscheinen sollen. Auch TYPO3 lässt sich, etwa mit der Erweiterung EXT:headless, als Headless-CMS betreiben. Der Aufwand für Entwicklung und Pflege ist höher als bei einer klassischen Website.
Baukastensysteme
Wix, Squarespace oder Jimdo sind gehostete Baukästen: schnell eingerichtet, günstig im Einstieg, ohne Agentur nutzbar. Grenzen zeigen sich bei individuellen Funktionen, Schnittstellen und beim Anbieterwechsel, denn Inhalte und Design lassen sich nur eingeschränkt mitnehmen. Wer die Website als Vertriebskanal ausbauen will, stößt mit einem Baukasten oft an Grenzen. Für eine kleine Visitenkarten-Website kann er dagegen völlig ausreichen.
Sechs Fragen, die die Entscheidung bestimmen
- Wie groß wird die Website, und wie viele Personen pflegen sie? Bei mehreren Redakteuren mit unterschiedlichen Rechten und Freigaben spielt TYPO3 seine Stärken aus.
- Brauchen Sie mehrere Sprachen oder Länderversionen? Mehrsprachigkeit ist in TYPO3 im Kern angelegt, in WordPress meist über Erweiterungen gelöst. Ein Maschinenbauer aus der Eifel mit drei Sprachversionen fährt deshalb mit TYPO3 meist besser, ein Handwerksbetrieb mit zehn Seiten mit WordPress.
- Wie wichtig ist der Onlineshop? Ist der Shop das Hauptgeschäft, gehört er in ein eigenständiges Shopsystem wie Shopware. Ist er eine Ergänzung, kann WooCommerce reichen. Wer den Onlineverkauf erst testen will, kann einen Onlineshop mieten statt kaufen.
- Welche Systeme müssen angebunden werden? Warenwirtschaft, CRM, Buchungssysteme oder Produktdatenbanken: Je mehr Schnittstellen, desto wichtiger ist eine saubere technische Basis.
- Wer pflegt das System über die Jahre, und was kostet das? Updates, Sicherheit und Erweiterungen gehören zur Entscheidung. Planen Sie neben dem Projekt ein festes Monatsbudget für Updates und Support ein. Unser CMS Support-Service beginnt bei 59 € im Monat.
- Gehören Ihnen Zugänge, Code und Inhalte? Achten Sie darauf, dass Sie das System bei Bedarf auch mit einem anderen Dienstleister weiterbetreiben können.
CMS-Entwicklung: Was eine Agentur programmiert
Das CMS selbst ist fertige Software. Die Arbeit einer Agentur liegt in allem, was Ihre Website davon abhebt:
- Templates und Design: Die Gestaltung wird als Vorlage umgesetzt, damit Redakteure später nur noch Inhalte einsetzen und das Layout stabil bleibt.
- Inhaltselemente: Bausteine wie Teaser, Tabellen, Akkordeons oder Referenzlisten werden so programmiert, dass sie sich im Backend einfach befüllen lassen.
- Erweiterungen: Fehlt eine Funktion, etwa ein Produktkonfigurator oder ein Kundenportal, wird sie als eigene Erweiterung entwickelt.
- Schnittstellen: Anbindungen an Warenwirtschaft, CRM, Buchungs- oder Newslettersysteme sorgen dafür, dass Daten nicht doppelt gepflegt werden.
- Migration: Beim Umzug von einem alten System werden Inhalte übertragen und alte Adressen auf die neuen weitergeleitet.
Der Ablauf ist meist gleich: Anforderungen klären, Konzept und Design abstimmen, entwickeln und testen, Inhalte einpflegen, live gehen und danach betreuen. Eine typische Unternehmenswebsite dauert bei uns etwa 6 bis 10 Wochen, größere Projekte mit Shop oder Schnittstellen meist 3 bis 6 Monate.
Pflege und Sicherheit: Was nach dem Launch zählt
Jedes CMS braucht regelmäßige Updates, für den Kern ebenso wie für Erweiterungen und Themes. Bleiben sie aus, entstehen Sicherheitslücken. Mit dem neuen Produkthaftungsgesetz gilt für Produkte, die ab dem 9. Dezember 2026 in Verkehr gebracht werden, auch Software als Produkt. Wer Updates schuldet und wer haftet, hängt vom Einzelfall und von den Verträgen ab.
Legen Sie deshalb von Anfang an fest, wer die Updates einspielt. Bei Systemen mit Langzeitversionen wie TYPO3 lassen sich große Versionssprünge über Jahre im Voraus einplanen. Bei WordPress und WooCommerce kommen Updates häufiger und in kleineren Schritten, dafür sind mehr Erweiterungen von Drittanbietern im Spiel.
Auch rechtliche Anforderungen setzen am CMS an, etwa die Barrierefreiheit nach dem Barrierefreiheitsstärkungsgesetz oder der verpflichtende Widerrufsbutton für Onlineshops. Wie schnell sich solche Anforderungen umsetzen lassen, hängt stark vom System und seiner Pflege ab. Ob und in welchem Umfang diese Pflichten für Sie gelten, klären Sie im Zweifel mit Ihrer Rechtsberatung.
Welches CMS wird verwendet? So erkennen Sie das CMS einer Website
Ob Sie die Website eines Wettbewerbers prüfen oder eine bestehende Website übernehmen, das CMS lässt sich meist schnell erkennen.
- Quelltext ansehen: Rechtsklick auf die Seite, „Seitenquelltext anzeigen“ und nach
generatorsuchen. Viele Systeme nennen sich dort selbst, etwa „TYPO3 CMS“ oder „WordPress“. - Typische Pfade: Adressen mit
/wp-content/deuten auf WordPress hin,/typo3conf/oder/typo3temp/auf TYPO3,/bundles/storefront/auf Shopware 6. - Browser-Erweiterung: Werkzeuge wie Wappalyzer zeigen das CMS und weitere Technik einer Seite mit einem Klick an.
- Online-Dienste: Seiten wie W3Techs oder BuiltWith analysieren eine eingegebene Adresse.
Ganz sicher ist das nicht immer. Manche Websites blenden diese Hinweise bewusst aus. Headless-Websites zeigen nach außen oft nur das Frontend-Framework, zum Beispiel React.
Häufige Fragen (FAQ)
Welches CMS ist das beste?
Das eine beste CMS gibt es nicht. WordPress ist am weitesten verbreitet und für viele kleinere Websites wirtschaftlich, TYPO3 ist stark bei großen, mehrsprachigen Websites mit vielen Redakteuren, Shopware bei Onlineshops. Entscheidend sind Ihre Anforderungen, nicht die Verbreitung.
Ist WordPress oder TYPO3 sicherer?
Beide Systeme lassen sich sicher betreiben, wenn sie regelmäßig aktualisiert werden. Bei WordPress hängt die Sicherheit stark von Zahl und Qualität der Plugins ab. TYPO3 bietet planbare Langzeitversionen mit festen Supportzeiträumen.
Was kostet ein CMS und die Programmierung einer CMS-Website?
WordPress, TYPO3 und WooCommerce sind als Software kostenlos. Shopware gibt es als kostenlose Community Edition, die laut Fair Usage Policy von Shopware für Shops bis 1 Mio. Euro Jahresumsatz gedacht ist, sowie in kostenpflichtigen Editionen. Die eigentlichen Kosten entstehen für Konzeption, Design, Programmierung, Hosting und laufende Pflege. Wie viel davon sinnvoll ist, hängt vom Umfang Ihrer Website ab. Auch mit kleinem Budget ist eine professionelle Website möglich, dann mit schlankerem Umfang.
Brauche ich einen CMS-Programmierer, oder reicht ein Baukasten?
Für eine kleine Visitenkarten-Website kann ein Baukasten reichen. Sobald Sie individuelle Funktionen, Schnittstellen, mehrere Sprachen oder einen ausbaufähigen Onlineshop brauchen, lohnt sich ein CMS, das eine Agentur auf Ihre Anforderungen zuschneidet.
Kann ich später das CMS wechseln?
Ja, ein Wechsel ist möglich, aber meist ein eigenes Projekt. Inhalte werden übertragen, Design und Funktionen neu umgesetzt und alte Adressen auf die neuen weitergeleitet, damit die Platzierungen bei Google möglichst erhalten bleiben. Je sauberer die Inhalte strukturiert sind, desto einfacher gelingt der Umzug.
Was ist ein Headless-CMS?
Ein Headless-CMS verwaltet nur die Inhalte und stellt sie über eine Schnittstelle bereit. Die sichtbare Oberfläche wird separat entwickelt, etwa mit React. Das bietet viel Freiheit für individuelle Anwendungen, erfordert aber mehr Entwicklungsaufwand.
Fazit
Die Wahl des CMS ist eine Entscheidung für mehrere Jahre. WordPress ist für kleinere Websites oft die schlankeste Lösung, TYPO3 die passendere Basis für umfangreiche, mehrsprachige Unternehmenswebsites. Shopware oder WooCommerce bilden die Grundlage für den Onlineshop, ein Headless-CMS mit React den Weg zu individuellen Webanwendungen. Wer vorab klärt, wie groß die Website wird, wer sie pflegt und welche Systeme angebunden werden, entscheidet auf einer belastbaren Grundlage.
Wir setzen seit 2003 Websites und Shops für den Mittelstand um, mit TYPO3, WordPress, Shopware, WooCommerce und React. Wir beraten systemoffen und sagen Ihnen auch, wenn ein Baukasten für Ihr Vorhaben genügt. Mehr dazu auf unserer Seite Web- und Softwareentwicklung. Für ein unverbindliches Erstgespräch nehmen Sie Kontakt auf.
Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine Rechtsberatung.
Quellen: W3Techs, Usage statistics of content management systems, Stand 29.10.2026 (w3techs.com); W3Techs, TYPO3 in Deutschland auf Platz zwei der CMS-Nutzung, Fact of the day vom 07.05.2025; TYPO3 Association, Ankündigung TYPO3 v14.3.0 LTS vom 21.04.2026 (typo3.org); Shopware, Fair Usage Policy für die Community Edition (shopware.com).