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    Gut Ding will Weile haben ... vor allem im Online-Marketing

    Was schnell kommt, ist auch schnell wieder weg. Oder: Was lange währt, wird endlich gut. Sprüche, die sich in vielen Situationen und Lebenslagen bewahrheitet haben, scheinen auf den ersten Blick in der schnelllebigen Welt des Online-Marketings nicht zu gelten.

    Dort, wo Kampagnen monats- oder gar wochenweise angelegt sind, kann doch nicht wirklich von Nachhaltigkeit gesprochen werden, oder?

    Doch, es kann. Bei jeder Kampagne gibt es zahlreiche Faktoren, die nicht nur beachtet, sondern auch im Vorfeld gründlich recherchiert und fixiert werden müssen. Nur so können Kampagnen langfristig erfolgreich sein. Im anderen Fall sind nicht nachhaltige Kampagnen im Online-Marketing nicht einfach nur „nicht erfolgreich“, sondern können der Unternehmensreputation, der Sichtbarkeit eines Online-Auftritts und den Verkäufen eines Shops sogar massiv schaden.

    Eine nur leicht vorgefilterte Werbung, wie sie uns aus Printmedien, Funk und Fernsehen bekannt ist, spricht eine breite Masse an und landet Treffer vornehmlich nach dem Gießkannenprinzip. Sie ist – vereinfacht gesagt – qualitativ hochwertig, wenn sie im Gedächtnis bleibt, denn der Weg konservativer Werbeformen führt den Kunden selten geradewegs von der Zeitungsanzeige ins Geschäft. Auch deshalb ist gute klassische Werbung nicht mit einem qualitativ hochwertigen Online-Marketing zu vergleichen.

    Denn das zeichnet sich gerade dadurch aus, dass es seine Zielgruppe äußerst genau eingrenzen kann, möglichst individuell anspricht und im Idealfall unmittelbar auf die Webseite des Werbenden einlädt.
    Dafür wiederum ist einiges an Vorarbeit zu leisten. Die Zielgruppe sowie ihre Interessen, ihr Surf-Verhalten, ihre Online-Zeiten etc. müssen identifiziert werden. Werbedesign und Werbetext müssen gleichermaßen auf die Zielgruppe abgestimmt sein. Außerdem stellt sich die Frage nach saisonalen Schwankungen, dem Wettbewerb und den für die Zielgruppe relevanten Schlüsselwörtern.

    Der Einstieg in die Kampagne, die Datenanalyse, das Nachjustieren und das erfolgreiche Fortführen sind ein Prozess, der nicht von heute auf morgen abgeschlossen ist. Auch ist ein Gespür für Trends und Entwicklungen im Online-Marketing wohl noch wichtiger als in der klassischen Werbung. Wer nichts zu bieten hat, der wird auch nicht geklickt.

    Findet Online-Marketing in rechtlichen Grauzonen statt, um schnelle Erfolge zu generieren, kann die Aufdeckung des Vorgehens durch die Suchmaschine verheerende Folgen für den Anbieter haben. Ein herber Ranking-Verlust ist hier noch das kleinere Übel.

    Wie in allen Bereichen unseres Lebens ist es auch im Online-Marketing sinnvoll, sich zu fragen: „Was, wenn jeder meine Aktion auf diese Art und Weise durchführen würde?“ Oder, vielleicht noch besser: „Kann ich meinen Kindern guten Gewissens erzählen, was ich hier gerade tue?“

    Manche Dinge brauchen ihre Zeit, um wirklich gut zu werden. Noch einer aus der Mottenkiste: Rom wurde nicht an einem Tag erbaut.
    Aber eines Tages hatte jemand damit begonnen.
    Und es steht noch heute.